Lebensversicherung kündigen

Kündigung Lebensversicherung

93,2 Millionen Lebensversicherungsverträge gibt es in Deutschland – bei 80,5 Millionen Einwohnern. Das bedeutet, dass jeder Einwohner 1,16 Versicherungspolicen abgeschlossen hat – Säuglinge und Greise mit eingerechnet. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Lebensversicherung dient der Absicherung der Familie. Gleichzeitig fließen die eingezahlten Prämien in die eigene Altersvorsorge, denn die Versicherungsgesellschaften legen einen Teil der Beiträge auf dem Kapitalmarkt an, mit dem Versprechen, diese nach Ende der Laufzeit verzinst zurückzuzahlen.

Lange Laufzeiten führen zu hohen Kündigungsraten

Lebensversicherungen können mit verschiedenen Laufzeiten abgeschlossen werden. Zwar verursacht der Abschluss einer Lebensversicherung mit längerer Laufzeit zunächst auch höhere Abschlusskosten – dennoch entscheidet sich ein Großteil der Verbraucher für den Abschluss lang laufender Policen, da man von diesen auch höhere Renditen erwartet. Tatsächlich konnte in einer Untersuchung des Analysehauses Franke & Bornberg festgestellt werden, dass bei einer Vertragslaufzeit von 35 Jahren durchweg eine positive Rendite garantiert werden konnte, während bei einer Vertragslaufzeit von nur 12 Jahren „oft ein Verlust garantiert“ sei, so das Ergebnis der Analysten (vgl. Versicherungsjournal, 10.01.2013).

Stornorate nach LaufzeitUmgekehrt steigt aber auch die Stornoquote proportional mit der Vertragslaufzeit an. Während etwa 30% aller Versicherungsverträge mit einer Laufzeit von 12 Jahren vor Vertragsende gekündigt wurden, ist es schon jeder zweite Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren und sogar 77% aller Verträge mit einer vierzigjährigen Laufzeit, wie folgende Graphik veranschaulicht (Quelle. Deutsche Aktuarsvereinigung, 2009).
Besonders junge Versicherungsnehmer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren kommen am häufigsten in diese Stornosituation, gefolgt von der Altersgruppe der über 50jährigen.
Die Gründe für eine vorzeitige Kündigung der Lebensversicherung können vielfältig sein. Einer Allensbach-Umfrage zufolge wird von einem Viertel der Befragten die Schuldentilgung als Hauptgrund genannt, gefolgt von der Erfüllung von Wünschen mit 16% aller Nennungen. Auch neue private Situationen, der Immobilienerwerb und Arbeitslosigkeit rangieren im oberen Drittel der Kündigungsgründe. Dahinter verbirgt sich der Umstand, dass ein langfristiges Investment nicht immer mit der persönlichen Lebenssituation Schritt halten kann. Ob Hochzeiten, Scheidung, ein mit Umzug verbundener Jobwechsel oder andere persönliche Lebensumstände: Die Lebensversicherung ist nicht gerade dafür bekannt, sich flexibel an diese Veränderungen anpassen zu können.

Verbraucherschützer warnen vor der vorzeitigen Kündigung der Lebensversicherung

Dabei ist die Kündigung einer Lebensversicherung teuer, denn das Versicherungsunternehmen berechnet bei jedem vorzeitigen Ausstieg Stornokosten, die vom Rückkaufswert abgezogen werden. Nicht selten liegt der Rückkaufswert sogar unter der Summe der Beiträge, die der Kunde während der Vertragslaufzeit eingezahlt hat. Damit wollen die Versicherer eine Kündigung verhindern. Über die Höhe der erlaubten Stornoabzüge gibt es keinerlei Richtlinien oder Vorschriften – die Versicherungsgesellschaften können sie nach Gutdünken festlegen. Verbraucherschützer und Versichertenverbände warnen daher regelmäßig vor der Kündigung der Lebensversicherung.

Beitragsfreistellung – eine Alternative zur Kündigung?

Die Beitragsfreistellung stellt rechtlich gesehen einen Teilstorno der Lebensversicherung dar und hat in der Regel eine Herabsenkung der Versicherungssumme zur Folge. Aus diesem Grund raten die meisten Verbraucherschützer, wie beispielsweise auch Hermann-Josef Tenhagen von Stiftung Warentest von der Beitragsfreistellung als Alternative ab (vgl. Focus, 03.07.2013).

Welche Zukunft hat die Lebensversicherung?

Die Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung sind seit 2007 von 75,4 auf mittlerweile 84,1 Milliarden Euro im Jahr 2012 kontinuierlich angestiegen. Gleichzeitig stieg die das Stornovolumen von 12 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 14,4 Millionen Euro im Jahr 2012. Die Nachfrage nach dem Produkt Lebensversicherung nimmt also eher zu als ab, während sich immer mehr Versicherte für den vorzeitigen, teuren Ausstieg aus der Lebensversicherung entscheiden.

Alternativen zur Kündigung der Lebensversicherung:

Verkauf der Police     Verkauf mit Rückerwerbsoption     Policendarlehen
 
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