Welche Alternativen gibt es zur Kündigung der Lebensversicherung?

Verbraucherschützer weisen oft darauf hin, dass die Kündigung der Lebensversicherung die schlechteste Option darstellt, wenn man einen Vertrag abgeschlossen hat und dringend Geld benötigt. Auch Mathias Zunk vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) rät dringend von einem Storno ab: „"Das ist meist ein Verlustgeschäft, Sie verlieren Ihren wertvollen Versicherungsschutz. Läuft der Vertrag schon einige Jahre, dann gehen Ihnen die Zinsen und Zinseszinsen für die Zukunft verloren. Auch in der jetzigen Wirtschaftslage finden Sie keine adäquate Alternative am Markt. Sollten Sie sich später wieder für eine Lebensversicherung entscheiden, muss man für die gleiche Leistung oft tiefer in die Tasche greifen.", so der GDV-Sprecher. Damit sieht sich Zunk in einer Allianz mit Verbraucherschützern, die ebenfalls vor einer vorzeitigen Vertragskündigung abraten, wie beispielsweise Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Folgende Storno-Alternativen können prinzipiell in Betracht gezogen werden:

1. Das Policendarlehen: Auf den Kreditgeber achten!

Mathias Zunk vom GDV nennt zunächst als wichtigste Alternative das Policendarlehen. Es ist vor allem günstiger, als die meisten anderen Kreditarten, wie z.B. der Dispo- und der Ratenkredit. Selbst auf die sonst notwendige Schufa-Auskunft verzichten viele Kreditanbieter, weshalb das Policendarlehen insbesondere für Selbständige, Geringverdiener und Arbeitslose interessant ist, denn diese gelten auf dem privaten Kreditmarkt kaum als kreditwürdig. Die Kreditgeber akzeptieren den Rückkaufswert der Lebensversicherung als Sicherheit, weshalb eine Bonitätsauskunft oft nicht erforderlich ist. Doch der Kreditmarkt ist unübersichtlich. Die Versicherungsgesellschaften bieten zwar Policendarlehen auf die laufenden Verträge an, doch sind deren Konditionen oft nicht sehr verbraucherfreundlich. Zudem ist die Bandbreite der Zinskosten je nach Versicherer hoch: „Die Spannbreite reicht nach unseren Recherchen von sehr konkurrenzfähigen 4,50 Prozent bei der RheinLand bis zu extrem hohen 8,70 Prozent bei Inter LV und Nürnberger“ ermittelte Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Andere Versicherer, wie beispielsweise die Barmenia oder die Basler hätten die Kredithöhe seit Jahrzehnten nicht verändert, und das trotz der mittlerweile kräftig gesunkenen Leitzinsen: „Solche Indizien deuten darauf hin, dass nicht jede Versicherungsgesellschaft es darauf anlegt, Policendarlehen zu vergeben“, urteilt Herbst. Günstigere Policendarlehen erhielte man FMH zufolge bei Zweitmarktanbietern. Bei Policen Direkt, dem Marktführer beispielsweise, ist ein solches Darlehen bereits ab 4,95% eff. p.a. zu haben.

2. Beitragsstundung, Beitragsreduzierung und Beitragsfreistellung

Der GDV empfiehlt besonders bei kurzfristigen Engpässen, eine Stundung der Beiträge in Erwägung zu ziehen. Diese hat allerdings ein Absenken der Versicherungssumme zur Folge. Wer davon ausgeht, dass die Engpässe eher längerfristig sind, kann daher auch gleich die Versicherungssumme herabsetzen – und damit die Höhe der Beiträge senken lassen. Allerdings stellt dies eine Vertragsänderung dar, die wiederum kostenpflichtig ist. Wer sich bereits einen bestimmten Rückkaufswert angespart hat, kann die Versicherung auch beitragsfrei stellen. Dafür muss der Vertrag bereits ein paar Jahre gelaufen sein, denn der Rückkaufswert ist notwendig, um die Mindestversicherungssumme abzudecken. Versicherer werten eine Beitragsfreistellung als Teilstorno. Das bedeutet nicht nur, dass die zu erwartende Ablaufleistung gemindert wird, sondern dass auch Stornogebühren anfallen.

3. Kündigung von Zusatzversicherungen

Viele Versicherungsnehmer haben im Paket mit ihrer Kapitallebensversicherung auch weitere Versicherungen, wie zum Beispiel die Unfallzusatzversicherung (UZV) oder Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Diese zusätzlichen Versicherungsleistungen verteuern jedoch die Lebensversicherung, ohne dabei einen Beitrag zur Ansparleistung zu liefern. Daher besteht die Möglichkeit, diese zu kündigen – und damit die zu zahlenden Prämien der Lebensversicherung zu senken, ohne dabei die Rendite zu gefährden. Auch Policenankäufer, die die Versicherungen auf dem Zweitmarkt ankaufen, stornieren diese Zusatzversicherungen nach Ankauf, da bei ihnen die Renditeerwartung im Vordergrund steht.

4. Policencash: Garantierter Verkauf mit Beibehaltung des Versicherungsschutzes

Gerade der GDV warnt aber immer wieder vor einer Auflösung der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Diese sei als Risikoschutz unverzichtbar, da im Falle der Berufsunfähigkeit kaum noch staatliche Unterstützung zu erwarten ist. Statistiken zeigen, dass die Fälle von Berufsunfähigkeit zunehmen: "Lag 1980 das Durchschnittsalter der Betroffenen bei 56 Jahren, so liegt es heute bei knapp über 50 Jahren", schreibt Fritz Himmel im Biallo-Blog. Dabei werden 40% aller Anfragen auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt. Der Bestand an Berufsunfähigkeitsversicherungen hat nach Angaben der GDV daher zwischen 2010 und 2011 um 9,4% zugenommen. Da jeder erneute Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund des steigenden Alters zu höheren Kosten führt, wollen sich viele von Ihrer Zusatzversicherung nicht trennen. Deswegen gibt es die Möglichkeit, die Police mit Rückerwerbsgarantie an einen Zweitmarkthändler zu verkaufen. Der Ankäufer zahlt dabei 90% des Rückkaufswertes an den Versicherten aus – ein Betrag über den der Versicherte frei verfügen kann. Im Gegenzug wird die Police vom Ankäufer weitergeführt, inklusiver der Prämienfortzahlungen. Der Versicherungsschutz bleibt somit erhalten – dies gilt auch für wertvolle Zusatzversicherungen, wie beispielsweise der BUZ. Der Versicherte hat zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, die Police wieder zurückzuerwerben. Beim Rückerwerb sind auch Zinskosten zu zahlen, welche mit einem Zinssatz von aktuell 3,99% sehr niedrig sindl. Der Verkauf mit Rückerwerbsoption ist somit auch eine sehr zinsgünstige Kreditalternative.

5. Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt

Verbraucherschützer sind sich darin einig, dass der Verkauf der Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt die beste Alternativ zur Kündigung darstellt: „Wenn man es vernünftig angeht, ist es eine gute Möglichkeit. Versicherte bekommen die Chance auf ein paar Euro, ein paar Prozente mehr“, sagt beispielsweise Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Freilich sollte man beim Verkauf der Police darauf achten, dass man nicht an einen dubiosen Anbieter gerät. Seriöse Ankäufer, wie beispielsweise Policen Direkt, Marktführer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen zahlen den Kaufpreis stets sofort und ohne Abzüge aus. Dabei sollte der Verkäufer darauf achten, dass der Kaufpreis einen Mehrerlös über Rückkaufswert enthält und sowohl die Bewertung der Police als auch der Ankauf selbst kostenlos erfolgt. Der Ankäufer führt die Police nach Ankauf durch Prämienfortzahlung weiter. Dadurch bleibt dem Versicherten ein beitragsfreier Rest-Todesfallschutz erhalten. Dies ist ein weiterer Vorteil gegenüber der Kündigung. Policen Direkt konnte nach eigenen Angaben auf dieser Weise bereits mehr als 2 Millionen Euro an nachträglichen Kaufpreiserhöhungen auszahlen.

Alternativen zur Kündigung:

Verkauf der Police     Verkauf mit Rückerwerbsoption     Policendarlehen

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