Verkauf der Lebensversicherung – Die Alternative zur Kündigung

Einer immer steigenden Nachfrage nach Lebensversicherungen steht ein wachsendes Kündigungsvolumen gegenüber – und das obwohl Verbraucherschutzverbände seit Jahren eindringlich vor der vorzeitigen Kündigung warnen. Doch was ist die Alternative zur Kündigung?
Das Demoskopische Institut Allensbach hat festgestellt, dass fast immer ein plötzlicher Liquiditätsbedarf die Grundlage für die Kündigung von Lebensversicherungen darstellt. Verbraucherschutzverbände, wie der Bund der Versicherten empfehlen daher als Alternative, die Police auf dem Zweitmarkt zu verkaufen.

Was ist der Zweitmarkt für Lebensversicherungen?

Einen Lebensversicherungszweitmarkt gibt es in Deutschland erst seit etwa zehn Jahren. Daher ist er vielen noch nicht bekannt. Dabei kann die Kenntnis über den Zweitmarkt helfen, viel Geld gegenüber der Kündigung zu sparen. Unter dem Begriff „Zweitmarkt“ werden Unternehmen zusammengefasst, die Lebensversicherungen ankaufen. Dabei zahlen diese dem Versicherten einen Mehrerlös über Rückkaufswert. Der Käufer übernimmt dabei alle aus dem Versicherungsvertrag resultierenden Rechte und Pflichten. Dazu gehört auch die Fortzahlung der Versicherungsprämien an die Versicherungsgesellschaft, denn für den Verkäufer der Lebensversicherung ist wichtig, dass die Police nach Ankauf nicht gekündigt wird. Dies sichert ihm den Fortbestand eines beitragsfreien Rest-Versicherungsschutzes zu und liefert dem Policenverkäufer neben dem Mehrerlös einen zusätzlichen Mehrwert, verglichen mit der Kündigung. Der Mehrwert beträgt im Regelfall zwischen 2 bis 4 Prozent über Rückkaufswert und kann in wenigen Ausnahmefällen bis zu 15 Prozent des Rückkaufswertes ausmachen.

Die Policenankäufer sind im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) e.V. organisiert und verpflichten sich mit ihrer Mitgliedschaft der Einhaltung von bestimmten Qualitätskriterien, wie z.B. der sofortigen Auszahlung des Kaufpreises. Das Ankaufsvolumen des Zweitmarktes beträgt während der letzten Jahre etwa konstant 200 Millionen Euro.

Der Zweitmarkt als fester Bestandteil des Produktlebenszyklus

Der Zweitmarkt entwickelt sich immer mehr zum festen Bestandteil der gesamten Wertschöpfungskette, zumal sich auch auf der Investorenseite immer mehr private und institutionelle Anleger für den Erwerb einer Zweitmarktpolice aus Renditegesichtspunkten interessieren. Während sich früher Versicherungsnehmer in ihr Schicksal gefügt und zähneknirschend die teure Kündigung ihrer Police als einzigen Ausweg betrachtet haben, wissen heute schon viele Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss, dass sie im Notfall auf den Zweitmarkt zurückgreifen können, um ihren angesparten Rückkaufswert so optimal wie möglich zu verwerten.

Finanzberater empfehlen daher zunehmend den Zweitmarkt als Kündigungsalternative, um damit Standards der Best-Advice-Beratung zu erfüllen. In Großbritannien ist der Verweis auf die Möglichkeiten der Zweitmarkt-Veräußerung bereits heute gesetzlich vorgeschrieben.

Nachträgliche Kaufpreiserhöhungen sind möglich

Aufgrund der Weiterführung der Lebensversicherung durch den Ankäufer oder einen Investor bleibt auch eine restliche Todesfallsicherung erhalten. Tritt also einige Jahre nach Veräußerung der Police der Schadensfall ein, wird die Versicherungssumme an die Erben des Versicherten ausgezahlt, abzüglich des bereits erhaltenen Kaufpreises, der vom Käufer gezahlten Prämien und Zinskosten in Höhe von 9 Prozent. Allein Policen Direkt hat auf diese Weise schon mehr als 2 Millionen Euro nachträgliche Kaufpreiserhöhungen an die Erben der Versicherten ausgezahlt.

Auch fondsgebundene Versicherungen können verkauft werden

Inhaber einer Fondspolice stehen oft vor dem Problem, dass sie keine verlässlichen Aussagen über die Entwicklung ihrer Police machen können. Denn der Wert ihrer Police errechnet sich aus der Performance der zugrundeliegenden Fondsbeteiligungen. Diese sind in der Wertentwicklung jedoch volatil und kaum prognostizierbar. Einige Zweitmarktunternehmen kaufen jedoch auch fondsgebundene Policen an, was vor allem aus steuerlichen Gründen sinnvoll sein kann. Denn der Steuerabzug ist vor allem bei steuerpflichtigen Policen im Kündigungsfall höher als bei Verkauf. Zusätzlich können eventuelle Veräußerungsverluste mit Einkünften aus Kapitalvermögen steuerlich verrechnet werden. Hierbei empfiehlt es sich, einen Steuerberater zu konsultieren.

Können auch Risikolebensversicherungen verkauft werden?

Besonders junge Menschen ziehen oft die günstige Risikolebensversicherung der Kapitallebensversicherung vor, um Geld zu sparen. Die eingezahlten Prämien sind zwar gering - aber sie gehen vollständig in die Kosten für den Versicherungsschutz ein und es wird nichts angespart. Deshalb können Risikolebensversicherungen nicht auf dem Zweitmarkt verkauft werden. Eine Umwandlung in eine Kapitallebensversicherung ist jedoch möglich. Voraussetzung dafür ist, dass der Versicherungsvertrag ein Umwandlungsrecht beinhaltet. Der Versicherte muss bei der Umwandlung keine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen. Der Versicherungsvertrag hat zwar nach wie vor eine langfristige Bindung - als Kapitallebensversicherung ist der Vertrag nun aber auf dem Zweitmarkt handelbar.

Weitere Alternativen zur Kündigung:

Verkauf mit Rückerwerbsoption     Policendarlehen

© Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH 2017